Du hast den Verdacht auf eine Allergie/ Unverträglichkeit bei Deinem Hund? Das sind Deine Optionen.
Ein Beispiel aus der Praxis:
Dein Hund hat seit einiger Zeit immer wieder breiigen Kot, teilweise mit Schleimauflagerungen. Morgens frisst er auffällig viel Gras und erbricht es gelegentlich wieder. Besonders im Herbst werden seine Pfoten rot, weil er ständig daran knabbert. Und am Bauch treten nach dem Rennen über die Wiese kleine rote Pusteln auf.
Diese Kombination aus Verdauungsproblemen, Juckreiz, Hautirritationen und Pfotenlecken gehört zu den häufigsten Symptombildern bei Hunden – und deutet sehr klar auf eine Allergie oder Futtermittelunverträglichkeit hin.
Der Weg in der klassischen Schulmedizin verläuft bei solchen Beschwerden häufig wie folgt:

konservative schulmedizinische Wege
internistische Abklärung

internistische Abklärung der Verdauungsorgane
(Magen, Bauchspeicheldrüse, Leber, Darm) durch z.B. diverse Blutuntersuchungen, Ultraschall, Röntgen, Endoskopie
dermatologische Abklärung

dermatologische Abklärung der Haut auf Parasiten und Bakterien durch z.B. Hautgeschabsel, Abstriche, Laboruntersuchungen
Medikamente

Medikamente zur Symptomlinderung (auf Verdacht) wie z.B. Magensäurehemmer, Kortison, Immunsuppressiva (zB Apoquel®),
Antihistaminika (zB Cetirizin®), Antibiotikum
Desensibilisierung

Auch Hyposensibilisierung genannt. Ihr geht eine Allergenbestimmung voraus, häufig über eine Blutuntersuchung.
Über einen Zeitraum von mindestens 10 Monaten, meist werden es 2-3 Jahre, soll das Immunsystem langsam an das Allergen "gewöhnt" werden, um es nicht mehr als fremd zu bekämpfen.
Diese Option ist zeitintensiv, kostenintensiv, wird häufig über Injektionen beim Tierarzt realisiert und gibt nur in 60-70% ein zufriedenstellendes Ergebnis (Quelle: Vet.med. Uni München).
Ausschlussdiät

Ein weiterer, häufig als der "einzig zuverlässige" zur Allergenaustestung genannter Weg ist die Ausschlussdiät. Dafür wird über mehrere Wochen nur eine neue Protein- und Kohlenhydratquelle gefüttert, um zu sehen, ob Symptome wie Juckreiz, Durchfall oder Hautprobleme zurückgehen. In der Praxis ist das jedoch oft aufwendig, fehleranfällig und liefert nicht immer klare Ergebnisse – gerade bei komplexen Beschwerden.
Allergenbestimmung über das Blut (Allergietest)
Allergietests über das Blut (IgE/IgG) sind möglich, liefern beim Hund aber häufig unklare oder wenig verlässliche Ergebnisse. Sie zeigen lediglich, mit welchen Proteinen das Immunsystem Kontakt hatteund wie viele Antikörper vorhanden sind – nicht jedoch, ob diese tatsächlich eine Allergie auslösen. Das bestätigen u. a. tiermedizinische Zentren wie die Tierklinik St. Pölten.
Ein weiteres Problem: Viele Hunde weisen im Blut gleich mehrere auffällige Werte auf. Mischbilder aus Umwelt- und Futtermittelallergien sind häufig und erschweren die Interpretation zusätzlich. Welche Substanz ist wirklich der Auslöser? Welche Reaktion ist nur Begleiterscheinung? Und welche Belastungen bleiben im Bluttest komplett unsichtbar?
Kurz: Blut- und Hauttests können Hinweise geben, erfassen aber nur einen kleinen Teil der tatsächlichen Ursachen.

